Leo und die Heuschrecke

Leo entdeckt ein kleines, grünes Tierchen im Garten.

„Schau mal Opa, wie weit das springen kann.“ „Ja, Heuschrecken haben sehr kräftige Sprungbeine“, sagt Opa.

„Heulschrecken. Das ist aber ein komisches Wort“, lacht Leo. „Doch nicht Heulschrecke, sondern Heuschrecke. Weil die so gerne im Heu und auf Wiesen leben“, meint Opa.

Dann fängt es zu regnen an, und Leo kann die Heuschrecken nicht länger beobachten. Er muss im Haus spielen. Aber irgendwie will nichts klappen. Der Zug der Holz-Eisenbahn entgleist dauernd. Und als die Legorakete endlich fertig ist, bricht sie zusammen. Zu allem Unglück ist auch noch sein Lieblingskuscheltier in der Wäsche.

Das ist zu viel für Leo. Er schmeißt sich auf den Boden. Er strampelt mit den Beinen. Er schreit so laut er kann: „Ich bin stinke.“

„Du bist wohl stinke sauer“, meint Oma. „Ja, stinke-stinkesauer“, brüllt Leo.

„Das kann ich gut verstehen. Wenn alles schief geht, darf man auch mal stinkesauer sein,“ tröstet Oma ihn. Leo hört gar nicht zu, er ist sauer, stinksauer. Er will weiter brüllen.

Opa kommt in die Küche. „Was ist denn das für eine Heulschrecke“, will er wissen.

„Keine Heul-heulschrecke“, schluchzt Leo. „Heulschrecken gibt es nicht. Das sind Heuschrecken. Hast du doch selber gesagt, Opa.“

„Jetzt machen wir aus der Heulschrecke schnell eine Heuschrecke“, schlägt Opa vor. „Die kann vom Tisch bis zur Spüle springen.“ Opa reicht Leo die Hand. Und Leo springt so weit wie noch nie.

„Eine super Heuschrecke bist du“, sagt Opa. Und dann freut sich Leo wie ein Schneekönig.

 


Ingrid Ollenschläger, 2025

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