Leo muss ins Krankenhaus

Am Morgen hat Leo Bauchweh.
Er mag nicht essen und nicht trinken. Die Bauchschmerzen werden immer schlimmer.
Leo rennt ins Badezimmer. Er hat Durchfall und Erbrechen. Er ist ganz schlapp und müde. Mit seinem Kuscheltier Yeti legt er sich aufs Bett. Aber da muss er schon wieder ins Bad rennen und sich übergeben.

Mama kocht Tee. „Du musst jetzt unbedingt trinken. Du hast schon so viel Flüssigkeit verloren.“

Leo hört gar nicht richtig zu. Er liegt auf der Couch, seine Wangen glühen, und die Augen fallen ihm zu. Aber Leo kann nicht schlafen, weil er immer wieder zum Klo laufen muss. Auch in der Nacht geben die Bauchschmerzen keine Ruh.

Leo darf bei Mama und Papa schlafen. Und sie müssen ihre Betten zweimal neu beziehen, weil Leo nicht schnell genug im Bad ist.

Am nächsten Tag geht es Leo immer noch richtig dreckig. Er kann sich kaum auf den Beinen halten. Sobald er ein paar Schlucke getrunken hat, muss er alles wieder ausspucken.

Mama weiß, dass auch andere Kia-Kinder an Magen-Darm-Grippe erkrankt sind. Sie macht sich Sorgen, dass Leo immer noch nicht trinken will und immer schwächer wird. Es ist Wochenende und Papa schlägt vor, mit Leo ins Krankenhaus zu fahren.

Eine nette Ärztin untersucht ihn. Leo kann kaum antworten, er muss sich schon wieder übergeben. Er ist ein Häufchen Elend.

„Ich schlage vor, dass Sie mit Leo hier im Krankenhaus bleiben. Dann können wir ihm Medikamente gegen das Brechen und die Flüssigkeit, die er jetzt braucht, über eine dünne Nadel direkt in die Vene geben. Das nennt man Infusion. Und dann wird es ihm bald besser gehen.“

Leo ist viel zu schwach, um sich dagegen zu wehren. Zum Glück darf Mama bei ihm bleiben. Leo lässt sich tapfer die Infusionsnadel legen. Er kuschelt sich an seinen Yeti und irgendwann schläft er vor Erschöpfung ein. Und Mama auch.

Am nächsten Morgen haben die Bauchschmerzen nachgelassen. Leo trinkt etwas Tee und Wasser und isst einen halben Zwieback. Aber er mag noch nicht spielen. Selbst sein Lieblingsbuch soll Mama ihm nicht vorlesen.

Die Ärztin kommt zur Visite. „Gut, dass sie so schnell ins Krankenhaus gekommen sind“, sagt sie zu Mama. „Wenn der Durchfall und das Erbrechen nicht wieder auftreten, kannst du nach dem Mittagessen nach Hause, Leo. Du musst dann aber ganz viel trinken.“

Und tatsächlich geht es Leo bei der nächsten Visite am Nachmittag deutlich besser. „Kein Durchfall, kein Erbrechen mehr“, sagt Mama der Ärztin.

Papa ist so froh, dass er die beiden wieder nach Hause holen kann. Mama erzählt, wie tapfer Leo im Krankenhaus war.
„Ich bin richtig stolz auf dich, mein Liebling“, sagt sie.
„Ich auch“, meint Papa.

„Und Yeti bestimmt auch“, flüstert Leo.

 


Ingrid Ollenschläger, 2025

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