Die Blätter fallen, der Herbst hält Einzug. Leo freut sich auf seinen Geburtstag.
„Weißt du noch, was mein größter Wunsch ist?“ fragt Leo fast täglich. „Aber ja“, antwortet Opa. „Ein Weltraumschiff! Wie könnte ich das vergessen.“
Opa und Oma suchen alle Geschäfte der Umgebung nach einem Weltraumschiff ab. Leider erfolglos.
„Dann muss ich es doch wohl im Internet bestellen,“ meint Opa. „Das mag ich zwar nicht so gern, aber wir wollen Leo doch nicht enttäuschen.“
Am Tag vor Leos Geburtstag klingelt es. Aber als Oma die Tür öffnet, ist niemand zu sehen. „Das waren sicher wieder die Klingelmännchen unterwegs“, denkt sie und geht zurück in die Küche.
Es war aber der Paketbote gewesen. Aber er hatte es sehr eilig gehabt und deshalb nicht auf das Öffnen der Tür gewartet. Stattdessen hatte er dann beim Nachbarn im Haus gegenüber geklingelt. Herr Meyer hatte nämlich sonst immer gern die Post für Oma und Opa angenommen.
Aber heute hat Herr Meyer schlechte Laune.
Er macht die Tür nur einen Spalt auf, sieht ein Paket und wird unfreundlich. „Ich habe heute schon 3 Pakete für die Nachbarschaft angenommen. Ich bin doch keine Poststation“, schimpft er und knallt die Türe zu.
Oma und Opa verlassen das Haus nicht mehr. Das Paket muss doch noch kommen. Als es schon stockfinster ist, geben sie die Hoffnung auf. Sie wissen genau, wie traurig Leo sein wird, wenn sein größter Wunsch nicht in Erfüllung geht.
Am nächsten Tag klingelt das Telefon schon früh bei Oma und Opa. Oma ist noch ganz verschlafen, aber schnell ist sie hellwach.
„Ja, ich komme sofort, muss mich nur noch anziehen“, ruft sie ins Telefon. „Unser Paket für Leo ist bei Schulzes abgegeben worden. Ich laufe schnell zu ihnen hinüber.“
Und ehe Opa antworten kann, ist Oma schon auf dem Weg. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht und einem Paket unter dem Arm kommt sie kurz darauf zurück.
Das ersehnte Paket ist pünktlich da. Jetzt kann Leo kommen. Der Geburtstag ist gerettet.
Ingrid Ollenschläger, 2025
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