Leo will auch ein Baby sein

Leo ist mit Mama und Papa auf dem Spielplatz.

Zum erstenmal traut er sich auch auf das hohe Klettergerüst. Er kann gar nicht genug davon bekommen. Immer wieder hangelt er sich nach oben. Von dort winkt er stolz seinen Eltern zu. Dann rutscht er an der Stange wieder nach unten.

Als seine Eltern zurück nach Hause wollen, ist überhaupt nicht einverstanden.

„Ich will aber nochmal.“

„OK“, sag Papa, „noch einmal rauf und runter, dann brechen wir auf.“

Leo rennt los. Er klettert auf das Gerüst. Und rutscht strahlend herunter.

„Pack bitte deine Spielsachen ein“, meint Mama. „Jetzt geht es los.“

„Ich will aber noch mal“, ist Leos Antwort.

„Nein, jetzt müssen wir nach Hause.“

Mama und Papa machen sich auf den Weg. Leo trödelt langsam hinterher. „Ich kann nicht mehr laufen“, ruft er seinen Eltern hinterher.

„Wir sind doch schon fast zu Hause. Das schaffst du“, meint Mama.

„Ich bin auch noch ein Baby“, schreit Leo. Er zeigt auf eine Frau, die ihr Baby auf dem Arm trägt.

„Du bist schon VIER und kannst alles, was du willst.“

„Nein, nein, nein. Ich bin auch ein Baby. Ich will getragen werden.“

Wütend wirft sich Leo auf den Boden. Er will nicht aufstehen, will nicht gehen, er will nicht nach Hause.

Papa, kommt zurück zu ihm. Er versucht, Leo zu überzeugen, dass er zu groß ist, um getragen zu werden. Aber Leo will das alles nicht hören.

„Ich kann nicht, ich will nicht“, ruft er immer wieder.

„Du kannst ganz schön viel für einen Vierjährigen“. „Du kannst sogar zwei Sprachen sprechen“, sagt Papa, „Deutsch und Slowenisch.“

„Nein“, schreit Leo und unterbricht kurz sein Gebrüll, „ich kann drei, auch Englisch.“


Ingrid Ollenschläger, 2025

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