Bensberg ist ein Stadtteil von Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen, östlich von Köln. Bekannt ist der Ort vor allem durch das Schloss Bensberg, ein heute als Hotel genutztes barockes Jagdschloss mit Blick auf das Rheintal, sowie für seine Einkaufsstraße und Architektur.
Geographie
Bensberg grenzt an die Bergisch Gladbacher Stadtteile Sand, Moitzfeld, Bockenberg, Kaule und Lückerath.
| Lückerath | Sand | Moitzfeld |
| Lückerath | Moitzfeld | |
| Kaule | Kaule, Bockenberg | Bockenberg |
Sehenswürdigkeiten
Fast 30 denkmalgeschützte Bauwerke befinden sich in Bensberg. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das neue Schloss Bensberg. Nicht weit entfernt befindet sich das burgähnliche Alte Schloss mit dem Rathaus, das 1962–1972 nach Plänen des Architekten Gottfried Böhm für die damalige Stadt Bensberg gebaut wurde. Am Burggraben hinter dem Alten Schluss liegt das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe. Es widmet sich besonders dem früheren Erzbergbau im Bensberger Erzrevier und den handwerklich-ländlichen Lebensformen der heimischen Bevölkerung, wie sie gelebt und gearbeitet hat.
Grünflächen und Plätze
Bensberg verfügt über ein umfangreiches Netz an Grünflächen und Fußgängern vorbehaltenen bzw. verkehrsberuhigten Wegen und Straßen. Hierzu gehören der Schlosspark hinter Schloss Bensberg, das Milchborntal und der Stadtgarten Bensberg.
Geschichte
Bensberg, in alten Schriften Bainsbur, Bensbure, Behnsburg oder auch Painspurg genannt, war vermutlich schon gegen Ende des Frühmittelalters im Bereich eines Königsforstes im Deutzgau um eine fränkische Burg angelegt worden.[5][6] Bensberg wurde urkundlich zum ersten Mal im Jahre 1139 erwähnt. Nach einer älteren Veröffentlichung soll bereits Engelbert I. von Berg um 1170 Raubritter, die als Gauerben die Burganlage benutzten, vertrieben und die Anlage für die Grafschaft Berg in Besitz genommen haben. Der bergische Burgvogt Curt von Arloff verteidigte 1198 die Burg gegen böhmische Landsknechte, die im Rahmen des Kronstreites zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. im Rheinland umherzogen und plünderten.[5] In einer „acta apud Bensburg“ von 1218 wurde die dortige Kirche, die im rheinfränkischen Decanate Tuytiensis lag, als Mutterkirche von Immekeppel angeführt.[7]
Burg Bensberg
Nach aktuellen Historikern soll die Alte Burg Bensberg im 12. Jahrhundert von den Grafen von Bilstein über die Landgrafen von Thüringen an die Grafen von Berg gelangt sein.[8]
Die Burganlage aus dieser Zeit diente ab dem 13. Jahrhundert den Grafen von Berg teilweise als Residenz, da die bergischen Landesherrn in ihrem Land ihren Regierungssitz ständig wechselten. Die zunächst zum Landesausbau von den Grafen von Berg verwendete Burg Bensberg wurde später als Wohnburg ausgebaut und von den Grafen und späteren Herzögen von Berg wie andere landesherrliche Burgen im Eigenbesitz der Landesherrn benutzt, um von hier aus das Bergische Land zu regieren. Ab 1218 nutzte mit Engelbert I., Erzbischof von Köln, einer der mächtigsten Reichsfürsten seiner Zeit die Burg Bensberg, da er von hier aus, wegen der Nähe zu Köln, beide Territorien regieren konnte. Er wurde von Friedrich II. während seines Aufenthalts in Italien als Reichsverweser eingesetzt und zum Vormund und Erzieher des jungen Königssohnes Heinrich bestellt, den er im Jahr 1222 in Aachen zum König Heinrich VII. krönte. Er blieb bis zum Tod dessen Vormund und war damit die politisch stärkste Person des Reiches.
Amt Bensberg
Ab Mitte des 14. Jahrhunderts ist das Amt Bainsbure nachweisbar. Zu dieser Zeit gehörten nachweisbar 1363/1387 neben Bensberg die Ortschaften Bergheim, Burscheid, Dürscheid, Herkenrath, Immekeppel, Lülsdorf, Mondorf, Odenthal, Paffrath, Porz, Stammheim, Refrath und Volberg zu diesem Amt. Die Gerichtsstätten im Amtsgebiet lagen in Bensberg, Porz und Odenthal. Danach während der Herrschaft des Herzogtums Berg gehörte Bensberg zum Amt Porz, blieb aber Sitz des Kellners.[9] Bei Geldproblemen der Herrscherfamilien wurden häufiger Gebietsteile verpfändet. Eine dieser Verpfändungen war die vom 26. Juli 1413. Graf Adolf von Berg verpfändete gegen 6400 französische Kronen für einige Jahre das Amt Bensberg an den Herzog Rainald von Jülich-Geldern.[10]
Schloss Bensberg
Einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr Bensberg durch den Bau des neuen Schlosses zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als Herzog Johann Wilhelm II. (im Volksmund: Jan Wellem) ein barockes Jagdschloss errichten ließ, das in unmittelbarer Nähe seines Jagdreviers, des Königsforsts, steht. Das Gebäude wurde von 1840 bis 1997 mit Unterbrechungen als Internat genutzt: bis 1918 als Kadettenhaus, von 1935 bis 1944 als Nationalpolitische Erziehungsanstalt (Napola)[11] und ab 1965 als Sitz des belgischen Gymnasiums Koninklijk Atheneum Bensberg.[12]
Kanton Bensberg
In der Franzosenzeit hatte Bensberg von 1807 bis 1813 verwaltungsmäßig den Status sowohl als Kanton Bensberg als auch als Mairie Bensberg im Arrondissement Mülheim am RheinimRheindepartement desGroßherzogtums Berg.
Bürgermeisterei Bensberg
Nach dem Wiener Kongress 1815 ging das Großherzogtum in der preußischen Rheinprovinz auf. Aus der Mairie Bensberg wurde 1816 die Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein, bis diese 1927 zur Gemeinde Bensberg wurde.
Stadt Bensberg
Im August 1945 hatte die Stadt Köln bei der Militärregierung beantragt, Bensberg gemeinsam mit Bergisch Gladbach, Odenthal, Overath, Rösrath und Porz nach Köln einzugemeinden. Die betroffenen Gemeinden wehrten sich erfolgreich gegen diesen Plan. Stattdessen genehmigte die Militärregierung am 17. Juni 1947 den Antrag der Gemeinde Bensberg auf Verleihung der Stadtrechte. Am 5. November kam auch die Zustimmung des neuen Innenministers von Nordrhein-Westfalen.[13][14]
Nach dem Zweiten Weltkrieg zog es die Menschen von der Stadt Köln aufs Land nach Bensberg und Umgebung. Insbesondere im Westen des damaligen Stadtgebietes, in den Ortsteilen Refrath, Frankenforst und Lustheide, entstanden seit Ende der 1950er Jahre zahlreiche Neubaugebiete. Im heutigen Bergisch Gladbacher Stadtteil Bockenberg wurde Anfang der 1970er Jahre mit dem Wohnpark Bensberg eine Hochhaussiedlung für mehr als 1000 Bewohner erbaut.
Köln versuchte, dieser Abwanderung entgegenzuwirken und durch Eingemeindungspläne die Abwanderer wieder einzugliedern. Im Rahmen der Kommunalen Neugliederung kam es ab 1964 zu zahlreichen Neugliederungsvorschlägen auf lokaler, regionaler und auf Landesebene. „Geheimpläne“ sorgten zunächst für heftige Diskussionen auf lokaler Ebene. Vorschläge zur Neugliederung machten der Oberkreisdirektor, der Regierungspräsident, mehrere Gutachter, die Stadt Köln, die Stadt Bergisch Gladbach, die Stadt Bensberg und der Innenminister. Bis zuletzt wehrte sich die Stadt Bensberg gegen eine Städtefusion mit Bergisch Gladbach. Eine Verfassungsbeschwerde wurde 1976 vom Verfassungsgerichtshof in Münster abgewiesen.
Bürgermeister und Stadtdirektoren
Literatur
- Johann Bendel: Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein, Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen, Köln-Mülheim 1925.
- Veronika Darius: Der Architekt Gottfried Böhm. Bauten der sechziger Jahre. Düsseldorf: Beton-Verlag 1988 (Baumeisterforum).
- Albert Eßer (Hrsg.): Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte. Bergisch Gladbach 2006.
- Paul Falk: 75 Jahre Karneval in Bensberg. Bergisch Gladbach 1979.
- Willi Fritzen: Die alte Grafen- und Herzogsresidenz Bensberg. Bergisch Gladbach 1985.
- Kurt Kluxen: Geschichte von Bensberg. Paderborn 1976, ISBN 3-506-74590-5.
- Peter Köster: Städte-Ehe – Die Neugliederung von Bensberg und Bergisch Gladbach 1964–1976. Stadtarchiv Bergisch Gladbach. Beiträge zur Geschichte der Stadt Bergisch Gladbach Band 6. Bergisch Gladbach 1999, ISBN 3-9804448-3-X.
- Lothar Speer: Die Erstnennung Bensbergs in der Urkunde von 1138 / 1139. Wem gehörte die Burg Bensberg im 12. Jahrhundert?. In: Heimat zwischen Sülz und Dhünn 12, 2005, S. 4–8.
Weblinks
- Literatur über Bensberg in der Nordrhein-Westfälischen Bibliographie
- www.lust auf Bensberg.de – „Schlossstadt Bensberg“
- www.erdbebenstation.de – Erdbebenstation Bensberg der Universität zu Köln
- www.bensberg-im-blick.de – Bensberg und Region – Ansichten – Aussichten – Ereignisse
Einzelnachweise
- siehe Originalartikel auf Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Bensberg
Quelle und Lizenz
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Stand: 9. August 2026