„Ich rieche das Meer schon“, sagt Opa als er sich mit Oma und Leo dem Strand nähert.
„Und ich den Duft von Sonnencreme“, antwortet Oma.
Mit ihrem vollgestopften Bollerwagen erreichen die Drei den Strand. Dort flattern schon viele Drachen in der Luft.
Leo lässt seinen Drachen nicht aus den Augen. Er kann es kaum erwarten, ihn endlich hoch am Himmel zu sehen.
Auf der Wiese hinter ihrem Ferienhaus hat er es bereits versucht. Doch da war der Wind zu schwach. Wenn Leo mit dem Drachen losrannte, stieg er grad mal bis über seinen Kopf. Dann wackelte er kurz und fiel auf die Wiese. Plumps – wie ein Stein.
Leo versuchte es noch mal und noch einmal. Schließlich schmiss er den Drachen auf den Boden.
„Opa, der ist kaputt, der kann gar nicht fliegen.“
„Ich mache jede Wette mit dir, der ist in Ordnung. Jetzt wartet er nur noch auf den richtigen Wind.
Am Strand angekommen, reißt der Wind Leos Kappe vom Kopf.
„Flitz, sonst landet sie noch im Wasser“, ruft Opa ihm zu.
Aber Leo interessiert sich viel mehr für seinen Drachen, seinen Regenbogendrachen.
Er hat sich Opas Tipps genau gemerkt. Er läuft gegen den Wind. Er spürt, wie sich die Schnur spannt.
Sein Drachen schießt in die Luft. Höher und höher steigt er.
„Bald stößt er an den Himmel!“ Leo kann es kaum glauben, dass sein Drachen über allen anderen schwebt.
„Schaut, meiner ist der Höchste,“ ruft er Oma und Opa zu.
„Tatsächlich“, sagt Opa und zeigt auf den glitzernden Punkt, der in der Sonne funkelt.
„Soll ich mal übernehmen“? fragt Opa als eine Windböje den Drachen zum Zittern bringt.
„Nein, nein – sonst ist er nicht mehr der Höchste. Schau, jetzt tanzt er wieder“
„Ich glaube, wir müssen noch am Strand übernachten“, sagt Oma, als die Sonne immer schwächer wird.
“ Nächste Woche findet ein Drachenwettbewerb für Kinder statt. Daran solltest du unbedingt teilnehmen.“
Ingrid Ollenschläger, 2026
Zurück zu den Leo-Geschichten, Band 4
